Anke Zeisler / Galeristin und Kurator Berlin

Auszug aus der Eröffnungsrede zur Ausstellung „vergessene Werte“ Museum für Junge Kunst Frankfurt/Oder 06.04.2003

 

... In ihrer Kunst, visuellen Ausdruck, Bilder zu schaffen... sind Schönheit, Ästhetik, die Form von großer Bedeutung. Die Künstlerin reduziert und strukturiert sie soweit, daß letztendlich der Punkt, die Linie, die Fläche, archaisch anmutende Formen bleiben. In der Entwicklung ihrer Arbeit ist eine Bewegung vom Körperlichen, Dinglichen zum Geistigen hin zu beobachten .  "der Ausblick" oder  "der Besitz von Großem II" sind Arbeiten, in denen das deutlich wird.In den nach 1998 entstandenen Bildern z.B. Blues I und II  wird ein Schwebezustand, Weite, eine Sphäre spürbar.

Diese Malerei fordert -  so scheint es - ein Verlassen oder Hintersichlassen des Schweren, ein Loslassen des Engen, des Kleinen. 

Es ist ein Sich - Weitmachen, das Gespür finden, für - ich nenne es einfach hier - das große Ganze, das Ganze in dem sich jeder und jedes bewegt. Die Bilder führen zu einer Ebene des Unerforschten, hin zu dem, was es gibt, das wir aber (vielleicht noch) nicht erklären können. 

Phänomene, mit denen wir leben und mit denen es sich, wenn man es versteht, gut leben läßt – auch wenn sie mit unseren Sinnen nicht greifbar sind. Es ist das Akzeptieren der manchmal auftretenden Unmöglichkeit, bis auf den Grund vorzudringen.